Mythen, Lügen und Halbwahrheiten
über die Vorhautbeschneidung (Teil 2)

von Geoffrey Francis

Ist Ihnen vielleicht schon einmal aufgefallen, wie aggressiv einige wenige, aber sehr lautstarke, Mitglieder von diversen Anti-Gruppen gegen die Beschneidung wettern? Erfundene Ammenmärchen werden verbreitet - unsinnige Behauptungen aufgestellt. Erfahrene Ärzte und Mediziner können dies gar nicht nachvollziehen.
nocirc.de möchte über die bekanntesten Mythen, Lügen und Halbwahrheiten aufklären. Die nachfolgenden Informationen von Geoffrey Francis von der Gilgal Society, London wurden aus dem englischsprachigen Original übersetzt und auf nocirc.de veröffentlicht.

Liste der Kapitel:

Vorhaut - Struktur und Entwicklung
Verluste
Rechte der Eltern und Kinder
Alternativen zur Beschneidung
Juden und Beschneidung
Ärzte und Beschneidung
Andere Behauptungen

Alternativen zur Beschneidung

Wasser und Seife genügen vollauf, um den Penis eines Jungen sauber zu halten.
Dies ist zwar zutreffend, berücksichtigt aber nicht die Tatsache, dass die meisten Jungen die Verwendung von Wasser und Seife an allen ihren Körperteilen vermeiden, wenn sie nicht dazu gezwungen und kontrolliert werden. Fast alle Eltern finden es notwendig, ihre Söhne abends vor dem Zubettgehen zu kontrollieren, ob sie sich hinter den Ohren gewaschen und die Zähne geputzt haben. Einem Jungen einfach zu sagen, sich irgendwo zu waschen, heißt nicht, dass er sich dort waschen wird. Wenn sie nicht täglich gewaschen wird, sammeln sich an der Vorhaut Urinrückstände und es bildet sich Smegma. Beides trägt zu Entzündungen der Vorhaut und der Eichel, der so genannten Balanitis, bei und verursacht einen üblen Geruch.

Regelmäßige Reinigung unter der Vorhaut setzt dazu voraus, dass die Vorhaut voll beweglich ist und dass der Junge auch gelernt hat, sie zurückzuziehen. Wie wir bereits gesehen haben, wollen die Beschneidungsgegner nicht, dass Eltern die Vorhaut zur Reinigung zurückziehen. Man kann aber nicht beides haben!

Eine Phimose kann immer ohne Beschneidung mit konservativen Methoden behandelt werden.
Die Vorhaut besitzt eine ziemlich elastische Struktur und dehnt sich normalerweise natürlich aus, damit die Eichel problemlos entblößt oder Urin entleert werden kann. Eine große Zahl von Jungen und Männern besitzen jedoch eine Vorhaut, die nicht elastisch genug ist. Wenn früh genug damit begonnen wird und die Haut noch dünn und weich ist, kann sanftes Dehnen zuweilen Erfolg bringen - insbesondere dann, wenn es sich nur um eine leichte Phimose handelt. Für den Jungen - und häufig auch für seine Eltern, die an diesen Dehnübungen teilhaben, ist dies jedoch peinlich. Wenn die Vorhaut über die Grenzen ihrer Elastizität gedehnt wird, ergeben sich kleinste Risse, die mit bloßen Augen nicht wahrnehmbar sind. Diese (wie andere Hautrisse oder Einschnitte heilen durch die Bildung von Narbengewebe. Das Narbengewebe ist jedoch weniger elastisch als die es umgebende Haut und verschlimmert dadurch den Zustand, statt ihn zu verbessern. Vielen Jungen, an denen Vorhautdehnungen als eine "Kur" der Phimose ausgeführt wurden, müssen schließlich doch beschnitten werden. Sie erleben daher das doppelte Trauma einer unangenehmen und erfolglosen Dehnung, gefolgt von einer Beschneidung, die sie von allem Anfang hätten haben sollen.

Vorhautentzündung (Balanitis) kann immer durch Antibiotika geheilt werden.
Eine Vorhautentzündung, die durch Bakterien verursacht wird, kann durch Antibiotika gelindert werden, jedoch helfen diese nicht bei durch Pilzen verursachter Vorhautentzündung (die meist verbreitete Form). Bis die Zustände beseitigt werden, die die Vermehrung der Bakterien begünstigen, wird das Problem höchstwahrscheinlich zurückkehren, wenn die Behandlung mit Antibiotika beendet wurde. überall auf der Welt werden Antibiotika viel zu oft verschrieben und das hat zur Folge, dass viele Organismen resistent gegen sie geworden sind. Dies stellt eine wirkliche Bedrohung für Ärzte dar, die die schwersten Erkrankungsfälle behandeln müssen und feststellen, dass mögliche Antibiotika-Behandlungen nutzlos geworden sind. Es ist notwendig, die Nutzung von Antibiotika in den Fällen drastisch einzuschränken, in denen andere Behandlungen möglich sind, besonders dort, wo solche Behandlungen das erneute Auftreten des ursprünglichen Problems und den weiteren Einsatz von Antibiotika verhindern. Es ist ziemlich vernünftig, Antibiotika für einzelne Fälle von Vorhautentzündungen zu nutzen, jedoch sollte für eine wiederkehrende Vorhautentzündung als bevorzugte Behandlung die Beschneidung dienen.

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Juden und Beschneidung

Die Jüdische Beschneidung bestand ursprünglich nur aus der Entfernung eines kleinen Stückes aus der Spitze der Vorhaut.
Dies wurde zu einem Glaubensgrundsatz der Anti-Beschneidungs Folklore obwohl dies nicht durch eine einzige historische Dokumentation belegt werden kann. Es ist wahr, dass zu der Zeit, als sich Juden und Griechen frei vermischten und sich die Juden wünschten, bei den Antiken Griechischen Spielen teilzunehmen, eine große Zahl von Beschneidungen so nachlässig gemacht wurden, dass diese Tatsache einfach durch das Vorziehen und Zusammenbinden der Vorhaut zu verstecken war. Die Jüdischen Behörden bestanden aus diesem Grund auf eine komplette Entfernung der Vorhaut mit Zerstörung der inneren Vorhaut, um diese übeltat zu vermeiden. Es wird allgemein angenommen, dass die alten ägypter ursprünglich die Beschneidungpraxis von den Juden gelernt haben. Studien an ägyptischen Mumien haben gezeigt, dass eine beträchtliche Zahl von ihnen beschnitten wurden. Wäre dies nur die Entfernung der kleinen Spitze der Vorhaut gewesen, wäre es wohl ziemlich schwer für Anthropologen und Archäologen mit Sicherheit zu sagen, dass eine Beschneidung durchgeführt wurde. Außerdem zeigen Zeichnungen in den Pyramiden, etc., dass die Vorhaut vor der Beschneidung lang gezogen wurde - dies würde unvermeidlich zu einer Entfernung eines beträchtlichen Teils führen. Auf einer weltlichen Ebene wird allgemein gemeint, dass die Menschen im Mittleren Osten mit der Beschneidung anfingen, aufgrund der Probleme, die durch Sand unter der Vorhaut verursacht wurden. Eine einfache Entfernung der Vorhautspitze hätte die Umstände verschlechtert, nicht verbessert, und macht deshalb keinen Sinn. "Stammes"-Beschneidungen haben sich unabhängig davon in vielen Teilen der Welt entwickelt, z.B. bei australischen Aborigines und vielen afrikanischen Stämmen. In praktisch allen Fällen wird die Vorhaut während der Zeremonie drastisch gekürzt. Es wäre unwahrscheinlich, dass die Juden eine Ausnahme in dieser Norm seien.

Jüdische Ärzte befürworten die Beschneidung, damit Juden nicht durch Beschnittensein eine Ausnahme bilden.
Für die Juden ist die Beschneidung ein Zeichen des Bundes zwischen ihnen und Gott. Als solches bedeutet sie etwas sehr Besonderes für sie, und sie haben kein Interesse daran, dass Nichtjuden die Beschneidung übernehmen. Jüdische Ärzte verfügen über Geschicklichkeit und Wissen, um gute Beschneidungen auszuführen, da sie von ihrer eigenen Gemeinde für diesen Job auf regulärer Basis herangezogen werden. Es kann daher nicht überraschen, wenn Nichtjuden dies in Betracht ziehen, wenn sie sich entschließen, ihre eigenen Söhne aus prophylaktischen Gründen beschneiden zu lassen. (Das war zum Beispiel der Fall als die damalige Prinzessin Elizabeth einem jüdischen Mohel zugunsten eines anerkannten Arztes des Palasts den Vorzug bei der Beschneidung von Prinz Charles gab.) Jüdische Ärzte sind genau wie andere Ärzte über die medizinischen Vor- und Nachteile der Beschneidung unterrichtet und daher gleichermaßen qualifiziert, Eltern über dieses Thema zu beraten. Dass eine große Zahl von Ärzten Juden sind, beruht ganz einfach auf der Tatsache, dass Juden gewöhnlich viel lernen und hart arbeiten und daher viele Posten in höheren Berufen bekleiden, nicht nur in der Medizin, sondern auch im Rechtswesen, Rechnungswesen usw.

In vielen Ländern werden Juden und damit die Zahl jüdischer Ärzte von Muslimen zahlenmäßig übertroffen. Muslimische Ärzte sind ebenfalls sehr erfahren bei Beschneidungen und sich der Vorteile bewusst. Als eine der größten Religionsgruppen der Welt, muss der Islam sich und seine Praktiken nicht verstecken und hat damit keinen besonderen Nutzen die universelle Säuglingsbeschneidung überhaupt zu bewerben - und macht es auch nicht.

Juden geben die Beschneidung auf.
Beschneidung ist das Zeichen des Bundes und damit etwas, das jedem wahren Juden lieb und teuer ist. Sie ist tatsächlich so wertvoll und wichtig, dass sie die allerletzte von sämtlichen religiösen Vorschriften ist, die von jenen aufgegeben wird, die ihre Religion nicht mehr ausüben. Sogar in Nazideutschland, als Juden verfolgt und ermordet wurden, ließ die jüdische Bevölkerung weiterhin ihre Söhne beschneiden. Das gleiche gilt, soweit es ihnen möglich war, auch für die Juden des kommunistischen Russland, obwohl die Beschneidung dort verboten war. Nach dem Zerfall des Kommunismus verlangte die Mehrheit der Juden jeden Alters mit großem Eifer die Beschneidung, da sie vorher ohne sie hatten auskommen müssen. Natürlich gibt es in jeder Religion unzufriedene (oder frühere) Mitglieder, die danach trachten gewisse Glaubenslehren verächtlich zu machen. Die Anti-Beschneidungsgruppe hat sich auf diese Gruppe gestürzt und versucht nun, diese als repräsentativ für das gesamte Judentum herauszustellen, was sie ganz eindeutig nicht ist.
So wie die weltweite jüdische Bevölkerung weltweit wächst, so ist zu erwarten, dass die Zahl derer, die ihre Religion nicht mehr ausleben, ebenfalls wächst. Allerdings ist diese Prozentzahl immer noch sehr gering und ein tatsächlicher Anstieg konnte noch nicht bewiesen werden.

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Ärzte und Beschneidung

Die Amerikanische Akademie der Kinderheilkunde (American Academy of Pediatrics) stellt sich gegen die Kindesbeschneidung.
Dies ist eine grobe Fehlinterpretation der aktuellsten Erklärungen der Akademie-Elite in Bezug auf Kindesbeschneidung. Ihre Aussage in 2012 (nach 5 Jahren intensiver Recherche des Materials) machte klar, dass es bedeutende bewiesene Vorteile durch Neugeborenen-Beschneidungen gibt. Sie gaben an: "Die Evaluierung von aktuellem Material zeigt an, dass die gesundheitlichen Vorteile einer Beschneidung eines männlichen Neugeborenen die Nachteile überwiegen. Außerdem sollten diese Vorteile dazu führen, dass der Eingriff für Eltern, die sich für diese Prozedur entscheiden, ermöglicht wird" und "Eltern muss die Einsicht in faktisch richtige und unvoreingenommene Informationen gewährleistet werden. Diese Informationen sollten sie von Medizinern bereits vor Empfängnis oder in der frühen Schwangerschaft empfangen, da Eltern gewöhnlich zu dieser Zeit über eine Beschneidung entscheiden. Eltern sollten entscheiden dürfen was das Beste für ihr Kind ist." Außerdem: "Die vorsorglichen und öffentlichen Gesundheitsvorteile, die mit einer männlichen Säuglingsbeschneidung einhergehen, garantieren einen späteren Ausgleich des Eingriffs."

Keine nationale medizinische Vereinigung in den USA empfiehlt die Beschneidung.
Richtig, aber um den Gedanken weiter zu führen: tatsächlich ist es auch so, dass keine nationale medizinische Vereinigung Kindesbeschneidungen verurteilt. Es wird von allen anerkannt, dass es einige medizinische Vorteile gibt, aber diese nicht berechtigen, Beschneidungen zu einem Garanten für Sicherheit in der öffentlichkeit zu machen und deshalb Eltern dazu zu bewegen, all ihre Söhne beschneiden zu lassen.

Es ist bemerkenswert, dass das American College of Obstetricians and Gynecologists den Bericht des AAP (American Academy of Pediatrics) unterstützt hat.

Ärzte verdienen sich reich durch Kindesbeschneidungen.
Ein Arzt, wie jeder andere Arbeiter auch, ist berechtigt, für seine Arbeit bezahlt zu werden. Zusätzlich zur Bezahlung des Arztes beinhalten die Gesamtkosten auch die Arbeit der Schwestern, der Erwerb des Plastibell (Anm. des übersetzer: medizinisches Einweggerät zur Beschneidung), Kosten für das Sterilisieren der Instrumente und die Krankenhausgebühren für die Nutzung des Operationssaales. Es gibt keinen klaren Beweis dafür, dass der Gesamtpreis übertrieben ist, wenn alle Kosten in Betracht gezogen werden. Tatsächlich könnten viele ärzte einen größeren Profit in der selben Zeit machen, wenn sie keine Kindesbeschneidungen durchführen würden. Es ist interessant zu erfahren, dass in den USA, wo die Mehrheit der Kindesbeschneidungen von Geburtshelfern durchgeführt werden, die Urologen es sind, die wohlwollend auf Kindesbeschneidungen blicken. Wenn Profit ihr Motiv wäre, würden sie Kindesbeschneidungen anfechten, um eine größere Anzahl an unbeschnittenen Männern zu haben, die möglicherweise im Erwachsenenalter mit Penis-Problemen zu tun haben - wenn die Urologen diejenigen wären, die Geld mit ihnen verdienen.

Die Amerikanische Krebs Gesellschaft (American Cancer Society - ACS) hat der Amerikanischen Medizinischen Vereinigung (American Medical Association - AMA) geschrieben, dass sie ein Gegner von Kindesbeschneidungen ist.
Das ist falsch. Die Amerikanische Krebs Gesellschaft hat keine offizielle Position bezogen, bezüglich der Kindesbeschneidung. Folgendes hat sich ereignet: Zwei ärzte, die als Beschneidungsgegner bekannt waren und zu dieser Zeit im Büro für die ACS tätig waren, verfassten - angestiftet von einer Anti-Beschneidungs Organisation - einen Brief mit ACS-Briefpapier an die AMA, in dem sie behaupteten, Beschneidung spiele keine Rolle in Bezug auf Vermeidung von Penis-Krebs. Dieser Brief repräsentiert nicht die offizielle Meinung der ACS und wurde nicht genehmigt von ihrem Vorstand. Es war ein rein persönlicher Standpunkt der beiden erwähnten ärzte. Die ACS hat sich offiziell von diesem Brief distanziert und konsequent darum gebeten, Internet-Seiten, auf denen dieser Brief als der Standpunkt der ACS dargestellt wird, dementsprechend zu verändern.

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Andere Behauptungen

Die Beschneidung verhindert die Mutterbindung des Säuglings.
Es gibt einige Hinweise darauf, dass die Beschneidung in den ersten wenigen Tagen nach der Geburt die Mutterbindng leicht beeinträchtigt. Wenn jedoch die Beschneidung während der zweiten Lebenswoche ausgeführt wird, hat die Mutterbindung bereits stattgefunden und es findet keine Beeinträchtigung mehr statt. Tatsächlich empfehlen viele Ärzte, den Jungen gleich nach der Beschneidung zu stillen - ein Vorgang, der zu dem Säugling ganz natürlich selbst findet.

Die Beschneidung von Männern und Frauen sind gleichwertige Genital-Verstümmelungen.
Die Beschneidung beim Mann entfernt nur die Vorhaut, die die Eichel bedeckt. Das genaue Gegenstück bei der Frau ist die Entfernung der Klitoral-Haube (und nicht mehr). Beide Arten haben gezeigt, dass sie von Vorteil in Bezug auf die sexuelle Stimulation sind. Die Beschneidung beim Mann hat außerdem einen zusätzlichen Krankheitsvorbeugenden Nutzen gezeigt. Im Gegensatz dazu hat die weibliche Beschneidung keinen zusätzlichen Nutzen aufgewiesen, und die Operation bringt auch höhere Risiken mit sich (insbesondere in der Kindheit), weil die Klitoris im Inneren liegt, während sich der Penis komplett außerhalb befindet und in der Relation größer ist, selbst in der Kindheit. Die routinierte Entfernung der Klitoral-Haube wird deshalb nicht empfohlen oder ausgeübt. Die Prozeduren, die die Entfernung der gesamten Klitoris, der Schamlippen und anderer Teile beinhalten und oftmals fälschlicherweise "weibliche Beschneidung" genannt werden, nennt man zurecht Genital-Verstümmelung, da hieraus überhaupt kein medizinischer Nutzen gezogen werden kann. Das am nächsten stehende Equivalent zum Mann, wäre die totale Entfernung des Penis, etwas was bisher niemand aus generellen medizinischen, sozialen oder religiösen Gründen befürwortet hat.

Die Bibel sagt den Christen, dass sie nicht beschnitten sein dürfen.
Die Bibel sagt in Wirklichkeit nichts darüber aus. Die Apostelgeschichte und die Briefe des Apostels Paulus sagen, dass weder das Beschnittensein noch Unbeschnittensein für einen Christen von geistlicher Bedeutung ist. Das Christentum hat seinen Anhängern niemals verboten, sich einer Beschneidung zu unterziehen, weder aus medizinischen Gründen, noch aus gesellschaftlicher Gepflogenheit. Tatsächlich sind meisten Mitglieder der koptischen Kirche beschnitten. Man erinnere sich einmal daran, dass in der biblischen Welt die Beschneidung mit Judentum gleichgesetzt wurde und folglich sagt die Bibel, das die Bekehrung zum Judentum keine Voraussetzung ist, um Christ zu werden.

Beschneidungsraten sinken überall in den USA.
Der registrierte Landesdurchschnitt nachgeburtlicher Beschneidungen ist in den letzten Jahren tatsächlich zurückgegangen, doch ist fast die Gesamtheit dieses Rückgangs einem einzigen Staat, nämlich Kalifornien, zuzuschreiben, in welchem eine große hispanische Bevölkerung stark im Zunehmen ist. Diese Bevölkerungsgruppe stammt aus einer weniger entwickelten Kultur, in welcher Beschneidung nicht allgemein zur Verfügung stand. Wie bei anderen Immigrantengrupen, erkennen die nachfolgenden zweiten oder dritten Generationen die Vorteile von Beschneidungen und übernehmen diese für ihre Söhne.
Im Rest der USA sind die registrierten Raten nur sehr leicht gefallen, diese Statistiken berücksichtigen aber nicht die wachsende Zahl von Beschneidungen, die in Arztpraxen und Kliniken wenige Wochen nach der Geburt ausgeführt werden. Viele Eltern möchten immer noch ihren Söhnen die Vorteile einer Säuglingsbeschneidung zukommen lassen, dies jedoch in einer rücksichtsvolleren Art und Weise, wenn das Kind wenigstens eine Woche alt ist, im Gegensatz zu den "Fließband"-Techniken, die leider in den meisten Entbindungsstationen der US-Krankenhäuser praktiziert werden. Es gibt auch einen Anstieg der Anzahl von Beschneidungen, die an Jugendlichen oder jungen Erwachsenen vorgenommen werden, deren Eltern sie nicht als Säugling haben beschneiden lassen, die sie jedoch nun wegen Phimose verlangen, oder einfach darum, um der kulturellen Norm zu entsprechen.
Auch diese tauchen in den veröffentlichten, offiziellen Statistiken nicht auf.

Kein Krankenhaus in den USA wird dazu angehalten, statistische Berichte von Beschneidungen zu erstellen, daher sind alle "offiziellen" Zahlen lediglich Schätzungen. Außerdem ist das, was in den USA geschieht, kein Maßstab für den Rest der Welt. Beispielsweise steigt der Bedarf in Europa langsam an, obwohl hier die Zahl der Beschneidungen traditionell eher niedrig ist.

Die USA, mit der weltweit höchsten Beschneidungs-Rate, hat ebenso die höchste AIDS-Rate - also kann Beschneidung nicht gegen AIDS schützen.
Diese Aussage ignoriert den Fakt, dass die Mehrheit der AIDS-Fälle in den USA bei den intravenösen Drogen-Konsumenten und den unterwürfigen Partnern von Schwulen-Sex liegt. Die Untersuchung in Afrika wurde unter Heterosexuellen und speziell in Fällen der AIDS-übertragung von der Frau zum Mann durchgeführt. Offensichtlich ist es irrelevant, ob das Opfer beschnitten ist oder nicht, wenn der Virus durch infizierte Nadeln oder durch den Anus gelangt. Es hat sich deutlich gezeigt, dass Beschneidungen die Infektionsrate bei übertragungen des Virus durch den Penis senken. Niemand behauptet, Beschneidung allein ist die Antwort auf AIDS aber sie ermöglicht einen zusätzlichen Schutzwall, wenn ein Kondom versagen sollte oder einmal vergessen wird.

Beschneidung ist in Europa unbekannt.
Aktuelle, offizielle Daten über neugeborenen Beschneidungen in britischen Krankenhäusern weisen eine Rate von 11% auf. Zu dieser müssen jene hinzugefügt werden, die später im Operationsaal des Arztes ausgeführt werden als auch jene für Juden und Muslime, die traditionell zu Hause ab dem 8 Tag stattfinden. Die tatsächliche Häufigkeitsrate in Großbritannien liegt bei ungefähr 15% pro Jahr. Zahlen für Deutschland, Frankreich und Spanien zeigen Raten von 10% und darüber, während jene für Skandinavien auf diese Zahlen hin ansteigen. Es gibt außerdem ein gesteigertes Interesse an Beschneidungen unter Teenagern und jungen Erwachsenen welches nie in den offiziellen Zahlen Beachtung findet.

Verschiedene Länder verbieten die Kindesbeschneidung.
Das ist offenkundig falsch. Eine kleine Zahl von Ländern haben Gesetze erlassen, nach denen kontrolliert wird, wer Beschneidungen durchführen darf, also wo beispielsweise medizinische Aufsicht bei religiösen Beschneidungen eingesetzt wird. Ein kürzlicher Versuch die Säuglingsbeschneidung in einer US-amerikanischen Stadt verbieten zu lassen wurde auf Bundesstaatsebene geblockt. Gleichfalls wurde der Vorschlag eines deutschen Gerichts, der die Legalität einer Beschneidung in frage stellte, durch eine Entscheidung auf nationaler Ebene, bei der die Legalität festgestellt wurde, entkräftet.

Tausende Kinder sterben jährlich an den Folgen einer Beschneidung.
Eine weitere krasse Lüge. Eine Gruppe von Beschneidungsgegnern in den USA zählte alle Fälle von plötzlichem Kindstod bei beschnittenen Jungen in einer Region und rechnete diese Zahl hoch auf die nationale Geburtenrate. Hierbei wurden die eigentlichen Ursachen des plötzlichen Kindstodes vernachlässigt, wobei keine von diesen im Zusammenhang mit der Beschneidung zusammenhingen. Außerdem wurde nicht erwähnt, dass die der plötzliche Kindstod bei unbeschnittenen Jungen gleich oft wie bei Mädchen auftritt. Es ist wahr, dass die Todesraten in der Vergangenheit höher waren, allerdings gibt es hier einen Zusammenhang mit dem unangemessenen Einsatz von Anästhetika bei Säuglingen. Heutzutage geht die Zahl von Sterbefällen durch falschen Einsatz von Anästhetika gegen Null. Kulturelle Beschneidungen in Stammes-Zeremonien gehen mit einer höheren Infektions- und Todesrate einher aber das ist kein Grund die Beschneidung generell zu verbieten - sogar in diesen Kulturen. Es ist allerdings ein guter Grund die Ausbildung für sicherere Methoden zu intensivieren.

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